Archiv der Kategorie: Daten + Fakten

Ungleichheit von Einkommen und Vermögen

Ein Report des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zeigt auf, dass freiwillige Haushaltbefragungen wie das Sozioökonomische Panel (SOEP) tendenziell die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen unterschätzen. Auch alternative Erhebungsmethoden haben ihre Tücken. Dass Einkommen und Vermögen in Deutschlabnd ungleich verteilt ist und diese Ungleichheit sogar wächst, ist allerdings unstrittig. Dabei könnte nach Ansicht der drei Autoren eine Reduzierung der Ungleichheit in Deutschland zum Abbau der hohenExportüberschüsse und damit zu mehr makroökonomischer Stabilität beitragen.

Hartz-IV-Leistungen laut BVG problematisch

Das Bundesverfassungsgericht (BVG) hat geprüft, ob die Umsetzung von Hartz IV, insbesondere im Kontext der SGB-II-Leistungen, mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Laut der Süddeutschen Zeitung kann das Ergebnis der Prüfung nur mit der Schulnote 4 bewertet werden: Die Leistungen seien laut Beschluss des Ersten Senats nämlich lediglich „derzeit noch verfassungsgemäß“ . Vor allem die Nichtberücksichtigung gestiegener Stromkosten sowie kaum in den Leistungen enthaltene Anschaffungskosten für Dinge wie Kühlschrank und Waschmaschine wurden vom BVG gerügt.

Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 9.9.14

 

Bildung auf einen Blick – Bildungsungleichheit in Deutschland zementiert

In der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ werden Unmengen von vergleichenden Daten aus den OECD-Ländern im Kontext von Bildung präsentiert. Interessant und gleichzeitig alarmierend für Deutschland: Noch immer hängt der Bildungserfolg der Kinder stark vom Sozialstatus ihrer Eltern ab.  Die Studie kann leider nur käuflich erworben werden.

Link zur Pressemitteilung des Verlags

Menschen ohne Krankenversicherung

In einem Artikel in der heutigen Tageszeitung (taz) wird über rund 140.000 Menschen berichtet, die aus unterschiedlichen Gründen nicht krankenversichert und damit erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Das Projekt „Armut und Gesundheit“ des Sozialarbeiters und Mediziners Gerhard Trabert, bekannt aus vielen Studien im Kontext von Wohnungslosigkeit und Gesundheit, wird zudem vorgestellt. Der Sozialmediziner fordert langfristige Maßnahmen aller Verantwortlichen, um die Probleme nichtversicherter Menschen zu lösen.

Link zum taz-Artikel

Kinderarmut in Deutschland ist nicht nur relativ

Eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt auf, dass Kinderarmut in Deutschland nicht nur relativ ist, diese sich also nicht nur im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung ausdrückt. So haben Kinder, die unter der relativen Einkommensarmutsgrenze liegen (sie haben weniger als 60 % des Durchschnittseinkommens zur Verfügung),  oft auch einen handfesten Man­gel an wichtigen Gütern. Hierzu gehört bspw. ausreichend Winterkleidung. Immer noch ist lt. der Studie die regionale Ungleichverteilung von Kinderarmut zu beobachten: In Ostdeutschland sind 26,3 %, in Westdeutschland 17,3 % der Kinder betroffen.

Link zu ausgewählten Ergebnissen

Link zur Studie

 

 

 

 

Atypische Beschäftigung wächst

Eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigt, dass die sogenannte atypische Beschäftigung (Leiharbeit, Teilzeit etc.) in Deutschland wächst. Dies geht lt. IZA aber nicht zulasten unbefristeter Vollzeitstellen, so nahm die atypische Beschäftigung seit 2003 von 19 auf 24 % zu, gleichzeitig stieg aber auch der Anteil der ArbeitnehmerInnen in Vollzeit von 39 auf 41 %.

Link zur Studie

Link zu kompakten Ergebnissen (S. 6-8)

 

Armut in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich auf mittlerweile 15,2 %

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat in seinem aktuellen Armutsbericht festgestellt, dass die Kluft zwischen bundesdeutschen Wohlstandsregionen auf der einen Seite und Armutsregionen auf der anderen Seite weiter wachse. Seit 2006 stieg die Armutsbetroffenheit bundesweit von damals 14,0 % auf  15,2 % in 2012 (Daten des Mikrozensus). Deutschland stehe vor einer Zerreißprobe, denn die  Länder mit vergleichsweise sehr niedrigen Armutsquoten konnten ihre Position noch einmal verbessern, während die Situation in Ländern mit Armutsquoten von über 20 Prozent sich noch weiter verschlechterte.

Link zur Pressemitteilung

Link zum Armutsbericht

Bundestagswahl sozial nicht repräsentativ?

Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmannstiftung waren die letzten Bundestagswahlen sozial nicht repräsentativ: Je prekärer die Lebensverhältnisse, desto weniger Menschen gehen wählen. Im Zusammenhang mit der Wahlbeteiligung einer Region stehen beispielsweise die Arbeitslosenquote und der Bildungsstand ihrer BewohnerInnen. Die Autoren fragen daher in einem Kapitel: „Wird Deutschland zu einer Demokratie der „Besserverdienenden?“

Link zur Studie

 

Datenreport 2013 erschienen und Studie zur Einkommensungleichheit

Der Datenreport 2013 ist veröffentlicht worden, auf über 400 Seiten  wird die Bundesrepublik in Daten zerlegt vorgestellt. Besonders interessant im Kontext dieses Blogs: Kapitel 6, S. 141-180: Private Haushalte – Einkommen, Ausgaben, Ausstattung. Wer es etwas kürzer haben will, kann die Zusammenfassung einer neuen Studie zum Thema Einkommensungleichheit auf nur zwei Seiten lesen. U. a. wird in der aktuellen Studie der Hans Böckler Stiftung festgestellt, dass der Anteil der sogenannten „working poor“ weiter wächst.: Mittlerweile ist jeder zehnte Hauptverdiener von Armut bedroht.

Link zum Datenreport 2013

Link zur Studie der Hans Böckler Stiftung

 

Wie viel mehr als seine Angestellten darf ein Vorstand verdienen?

In der taz von gestern nimmt der Historiker Hans-Ulrich Wehler Stellung zur Frage, wie viel mehr ein Vorstand als seine Angestellten verdienen darf. Hintergrund ist die steigende soziale Ungleichheit in Deutschland. Zwei Zahlen im Vergleich: Kurz vor der Wende verdienten die 30 DAX-Vorstände etwa 20mal so viel wie ihre Angestellten. 20 Jahre später waren es 200mal so viel. Wehler skandalisiert das und ist der Meinung, dass man dies nicht (mehr) dulden muss!

Link zum Kommentar in der taz